UA-20096170
Sep 122011
 

Es gibt ja viele verrückte und vor allem absurde Beispiele von völlig queren Gerichtsentscheiden aus den vereinigten Staaten von Amerika. Als ich aber von diesem hier hörte (Danke an Henner, btw), habe ich tatsächlich mit den Ohren geschlackert…

Ein Rechtsanwalt aus Charlotte in North Carolina kaufte sich eine Kiste mit seltenen und vor allem sehr teuren Zigarren. Diese versi­cherte er – merkwürdig genug – auch gegen Feuerschäden.

Im Laufe der folgenden Monate tat er das, was Rau­cher gemeinhin mit Zigarren tun – er rauchte sie. Als er die Kiste vollständig geleert hatte, schrieb er die Versicherung an und forderte sie auf, den Scha­den zu ersetzen. Begründung: die Zigarren wurden „in einer Serie kleiner Feuerschäden“ vernichtet – gegen die er ja versichert sei.

Die Versicherung verwei­gerte die Zahlung mit der Argu­mentation, der Anwalt hätte die Zigarren ihrem bestim­mungsgemäßen Gebrauch nach verwendet. Aber man war schließlich in Amerika – dem Land der unbegrenzten Prozess-Möglichkeiten.

Gegen den Beschluss der Versicherung reichte der Rechtsanwalt erfolgreich Klage ein. Zwar bestätigte das Gericht, dass es sich hierbei um eine unverschämte Klage handele, allerdings sei die Ver­sicherungspolice gültig und die Zigarren dadurch gegen jeg­liche Art von Feuerschäden geschützt.

Die Versicherung wurde demnach dazu verdonnert, die vereinbarte Summe von 15.000 US-Dollar  aufgrund des Feuerschadens an den Rechtsanwalt zahlen.

Kaum hatte dieser den Scheck entgegengenommen, gab es auch schon mächtig Ärger: Die Versicherung  ver­klagte ihn in 24 Fällen auf vor­sätzliche Brandstiftung der ver­sicherten Zigarren – und bekam Recht! Letztendlich wurde der nun Beklagte aufgrund vorsätz­licher Brandstiftung des ver­sicherten Eigentums zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jah­ren ohne Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 24.000 Dollar verurteilt.

gehört von Schwiegervater Henner; abgeschrieben via.